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Eberhard Kalinke

Ein Nachruf

Eberhard Kalinke, ∗ 29. Oktober 1934 – † 24. November 2017

∗ 29. Oktober 1934 –
† 24. November 2017

Vor 37 Jahren gründete Eberhard Kalinke die Firma Kalinke Maschinen. Da war er bereits Mitte Vierzig. Grundstein seines Erfolges war die Mitarbeit an der Entwicklung einer motorisierten Grabgabel, dem Tiefenlockerer Verti-Drain. Als ausgebildeter Gärtner kannte er sich bestens mit Bodenbeschaffenheit und anderen Bedingungen aus, die Maschinen erfüllen mussten, um in der Pflege auf Golfplätzen aber auch in Fußballstadien optimal einsetzbar zu sein. 1972 fand in München die Olympiade statt. 1974 die Fußballweltmeisterschaft. Beide Ereignisse bescherten der Stadt neue Sportanlagen und teure Parks, die langfristig für die Bevölkerung erhalten werden sollten. Eberhard Kalinke entwickelte Maschinen aus dem Agrarbereich weiter für den Einsatz in der intensiven wie extensiven Rasenpflege. Um seine Ideen besser verwirklichen zu können gründete er 1980 die Firma Kalinke Maschinen. Starke Marken wie Holder und Aebi sind von Anfang an dabei. Das spezielle Maschinenprogramm ist bald deutschlandweit gefragt. Der Firmensitz blieb auch nach der Expansion immer in der Gemeinde Berg.

Eberhard Kalinke, der heute besonders in der Gemeinde Berg als alteingesessener Unternehmer wahrgenommen wird, kam mit zehn Jahren als Flüchtling nach Bayern.

Im Januar 1945 musste die Familie Breslau verlassen. Die Mutter ging alleine mit sechs Kindern auf die Flucht. Der jüngste Bruder zählte gerade zwei Jahre. Doch mit jeder Station ihrer Odyssee durch Schlesien, Tschechien und Sachsen wurde die Hoffnung auf eine Rückkehr weniger. Als die Familie nach sechs Wochen auf einem Einödhof bei Vilsbiburg unterkam, erinnert sich Kalinke, fühlte sich das an wie der Himmel auf Erden.

Sein Glück, so erzählte er es einmal, war der Marshall-Plan. Im Rahmen des amerikanischen Wiederaufbauprogramms kam er auf den Pestalozzihof nach Kempfenhausen und machte dort eine Lehre zum Gärtner. Wenn er am Wochenende seine Familie in Niederbayern besuchte, fuhr er dorthin mit dem Radl.

Beim Manthaler lernte er seine Frau, die gebürtige Bergerin Anna-Luise Schuff kennen und lässt sich mit ihr im Kapellenweg in Berg nieder. Die beiden Söhne Christian und Harald werden geboren.

Mit 65 Jahren übergibt Eberhard Kalinke die Geschäftsführung von Kalinke Maschinen an seinen jüngeren Sohn. Harald Kalinke führt die Firma seitdem alleinverantwortlich. Doch wenn der Firmengründer nicht verreist ist, verbringt er die Tage in der Firma. Sein Rat ist wertvoll. Er lässt sein Wissen in den Firmenprospekt mit einfließen und wirkt im Hintergrund. Die einseitig aufgekündigte Trennung vom langjährigen Partner Holder hat ihn schwer getroffen.

Er könne den Rückwärtsgang nicht mehr einlegen, war sich Eberhard Kalinke in der Woche vor seinem Tod bewusst.

Nach einem Schlaganfall im Sommer, von dem er sich nicht mehr erholt hat ist Eberhard Kalinke am Freitag den 24. November 2017 nach einem erfolgreichen und erfülltem Leben friedlich von uns gegangen.


Sechs Fragen an Eberhard Kalinke, Firmengründer von Kalinke Maschinen, anlässlich des 30-jährigen Bestehens:

Herr Kalinke, Ihre Firma feiert 2010 30-jähriges Bestehen. Wie kam es zur Gründung?

Die Stadt München wollte nach der Olympiade 1972 und der Fußballweltmeisterschaft 1974 die damals teuer errichteten Sportanlagen und ihre umgebenden Parks, wir nennen das das Begleitgrün, auf hohem Niveau erhalten. Doch die notwendigen Spezialmaschinen waren noch nicht verfügbar. Das Thema Erhaltungspflege kam damals gerade erst auf. Als ausgebildeter Gärtner verfügte ich über alle Kenntnisse, um vorhandene Maschinen aus dem Agrar-Grünlandbereich für die intensive wie extensive Rasenpflege weiter zu entwickeln. Um meine Ideen besser verwirklichen zu können, gründete ich 1980 die Firma Kalinke Maschinen.

Welche Erfindungen stammen konkret aus dem Hause Kalinke?

Erfindungen ist nicht der richtige Ausdruck. Unsere Maschinen sind Weiterentwicklungen von bestehender Technik, die für hiesige Verhältnisse angepasst werden. So entstand das heute führende Kalinke Maschinen Programm. Dazu zählen zum Beispiel der Tiefenlockerer Verti-Drain und unsere Rasenkehrmaschinen.

Heute führt Ihr Sohn Harald Kalinke die Firma. Wann haben Sie die Geschäfte übergeben?

Den Übergang haben wir fließend gestaltet. Mit 65 Jahren habe ich die Geschäftsführung abgegeben.

Was macht er anders als Sie?

Meine Kenntnisse waren gärtnerischer und technischer Art. Harald ist studierter Diplom-Kaufmann. Er denkt betriebswirtschaftlich. Die fachlichen Voraussetzungen unserer Branche hat er sich schnell angeeignet. Mittlerweile führt mein Sohn die Firma seit mehr als zehn Jahren alleinverantwortlich und ist sehr erfolgreich.

Welche Rolle spielt der Firmengründer heute noch in der Firma?

Beruhigen und beraten.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft ihrer Firma?

Wir sind anerkannt als innovativer Fachbetrieb. Man nennt uns eine seriöse Firma. Das ist in der heutigen Zeit ein toller Erfolg. Und ich wünsche mir, dass das auch in Zukunft so bleibt.